Kurzfristig ist jeder risikotragfähig Risikotragfähigkeit wird meist als eine Frage des Geldes diskutiert. Man schaut einen festen Zeithorizont an, in der Regel ein Jahr, und prüft, ob in dieser Zeit das Risikokapital größer ist als die Risiken. Wenn ja, gilt die Risikotragfähigkeit als erfüllt. Bei dieser Analyse bleibt jedoch außen vor, dass Risiken in der Zeit skalieren und Risikokapital umgekehrt in der Zeit erodiert. Hat also ein Unternehmen in einer länger andauernden Krise in einem Land mit vielen Friktionen genug Zeit, um durch weitere Maßnahmen Risiken zu senken oder neues Kapital zu akquirieren? Wenn der Zeithorizont kurz wird, gehen die Risiken gegen 0 und das viel schneller als linear. Kurzfristig ist daher jedes Unternehmen risikotragfähig. Wie lange kommt aber ein Unternehmen mit dem vorhandenen Risikokapital aus und welche zeitlichen und finanziellen Handlungspielräume gewinnt es durch Risikomanagement und gute risikomindernde Maßnahmen? Die Grafik zeigt den Risikokapitalbedarf eines Unternehmens in Abhängigkeit vom Risikohorizont in die Zukunft einmal ohne Maßnahmen (orange) und einmal mit Maßnahmen (blau) im Vergleich mit dem vorhandenen Risikokapital. Auf dem Papier ist das Unternehmen auch ohne Risikomanagement risikotragfähig. Durch das Risikomanagement spart es jedoch große Mengen Kapital und gewinnt 2.5 Jahre zeitliche Handlungspielräume - genau dann, wenn es sie braucht.

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