Wehrspohn Risk Management

Die Selbstheilungskräfte des Risikomanagements wecken

28. Oktober 2025

Die Selbstheilungskräfte des Risikomanagements wecken Traut ein Risikomanager wirklich den Risikobewertungen, die ihm gemeldet werden? Und vertraut er dem Risikoinventar, das aus den Fachbereichen kommt? In vielen Fällen dürfte das nicht so sein. Denn das Risikoinventar ist selten vollständig – und Expertenschätzungen sind ungeeignet, die Überlagerung von Ursachen und Wirkungszusammenhängen realistisch im Kopf auszuwerten. Es geht dabei nicht um Verzerrungen oder mangelnde Sorgfalt, sondern schlicht um eine Überforderung: Die Zusammenhänge sind zu vielfältig, die Unsicherheiten zu groß. Und die Bewertungen stammen oft von denselben Personen, die das Risiko selbst verursacht haben – wer ein Risiko selbst ausgelöst hat, ist kaum unbefangen, wenn er es einschätzen soll. Wie lässt sich ein System schaffen, das sich selbst reguliert und in dem Bewertungen wieder Vertrauen verdienen? Ich schlage zwei Regeln vor: 1. Das Risikomanagement trägt die Kosten aller eingetretenen Risiken. Es spielt keine Rolle, ob das Risiko im Inventar stand oder nicht – das Risikomanagement bezahlt alles. Denn es ist sein Auftrag, Risiken vollständig zu erfassen, zu bewerten und finanzierbar zu machen. 2. Jeder Originator verkauft seine Risiken an das Risikomanagement. Kein Risiko darf eingegangen werden, ohne dass es vom Risikomanagement zum vereinbarten Preis übernommen wird. Danach bewirtschaftet das Risikomanagement das Risiko – es entscheidet über Maßnahmen, Prioritäten und Absicherung. Damit würde das Risikomanagement wirklich zu dem, was es sein sollte: ein Markt für Risiken, der Vertrauen, Verantwortung und Preisbildung zusammenführt. Wie stehen Sie zu dieser Organisationsform? Wenn Sie Software suchen, der Sie bei Risikobewertungen vertrauen können, kommen Sie gerne auf mich zu.

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